World Youth Day 2011 Madrid
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Johannes Paul II, ein Heiliger von A bis Z

 

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jpIIintroMadrid, 3. April 2011.- Es gibt viele Anekdoten über Johannes Paul II, die wiederspiegeln und greifbar machen, dass er von Anfang bis Ende, von A bis Z, ein heiliger Mensch war. Das Gebet und die Verehrung der Muttergottes waren sein Antrieb im Leben. So sagte er selbst: “sie versuchen, mich von außen zu verstehen; aber man kann mich nur von innen verstehen”.  (mehr)
Das vor kurzem veröffentlichte Buch  Warum er heilig ist, geschrieben vom Postulator des Seligsprechungsprozesses, zeigt die vielfältigen Facetten seines Charakters. Hier sind einige der in diesem und anderen Büchern veröffentlichten Anekdoten gesammelt.
Die Ankündigung das der Schöpfer der Weltjugendtage am 1. Mai selig gesprochen werden soll, war bei vielen Menschen ein Grund für Freude. Bei mehr als einer Gelegenheit bat Benedikt XVI die Jugendlichen, dem Lichtstreifen der Heiligen zu folgen: “in der Kirchengeschichte waren es die Heiligen, die im Glauben die Kraft gefunden haben, ihre eigenen Schwächen zu besiegen und alle Widrigkeiten zu überwinden. Sie waren Urheber des Friedens, Förderer der Gerechtigkeit, Erbauer einer menschlicheren Welt. Wenn Ihr glaubt, wenn Ihr es schafft zu leben und jeden Tag für euren Glauben Zeugnis zu geben, dann seid auch Ihr ein Instrument, das anderen Jugendlichen hilf, den Sinn und die Freude des Lebens zu entdecken, die aus der Begegnung mit Jesus entsteht.” (WJT-Botschaft Madrid)
Hoffentlich hilft der Blick auf Johannes Paul II allen Jugendlichen auf der Welt, den Weg zum Weltjugendtag in Madrid vorzubereiten.

A_amigo Als Freund für seine Freunde
Die Zuneigung zu seinen Freunden und Begleitern aus der Jugendzeit blieb trotz der vielen Jahre, die vergangen waren, lebendig. Er traf sich mit ihnen zum Essen, organisierte Ausflüge, schrieb ihnen mehr als einmal, als er bereits Papst war, stellte Beziehung zu Menschen wieder her, die er aus dem Blick verloren hatte.
Das geschah zum Beispiel beim Ingenieur Jerzy Kluger, einem Freund aus seiner Kindheit in Wadowice, zu dem Wojtyla -aufgrund der tragischen Ereignisse des zweiten Weltkriegs und der Deportation der Juden in die Konzentrationslager der Nazis- den Kontakt verloren hatte.  Nach seiner Wahl zum Pontifex, haben sich die zwei Freunde regelmäßig sowohl im Vatikan als auch in Castel Gandolfo getroffen, bis zum Tode von Johannes Paul II.
Auch gegenüber den Mitarbeitern der Römischen Kurie zeigte er Zuneigung; ihnen gratulierte er bei vielen Gelegenheiten zum Namenstag oder zum Jahrestag der Priester- oder Bischofsweihe. Am letzten Tag seines Lebens wollte er sich von den höchsten Würdenträgern des Vatikans verabschieden, aber ebenso von Franco, dem Menschen, der sich um die päpstliche Wohnung kümmerte; oder von Arturo, dem Fotografen, der ihn zahlreiche Jahre begleitet hatte.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 20-27.
                                                                                     

B_buenhumorBuen humor en la juventud y en la vejez  (Frohgemut in der Jugend und im Alter)
BUen_humor_2Einmal wurde eine dem Papst sehr nahe stehende Person gefragt, was ihn am meisten an Johannes Paul II beindruckte. Darauf antwortete er, dass es sein Frohmut war: “auf den ersten Blick könnte es scheinen, dass es die Besonderheit der Person wäre immer frohgemut zu sein. Aber mir scheint es eine Konstante im Leben der Heiligen zu sein. Mit 80 Jahren noch den gleich Frohmut wie ein Jugendlicher zu haben… das kommt von nichts anderem als aus seinem Optimismus und der Überzeugung von Gott geschaffen zu sein”.

Aufgrund seines Alters war Johannes Paul II gezwungen, einen Gehstock zu verwenden. Es dauerte gar nicht lange bis er diesen Zustand gelassen akzeptierte. Das zeigte sich auch, als er den Stock bei der Vigil des WJT in Manila (1995) vor Millionen von Jugendlichen herumwirbelte als wäre es ein Spielzeug. Es gab viele Momente, in denen er sich seiner gewohnten Ironie bediente. 1998 sagte er bei einem seiner Vorträge: “Ich würde euch gerne eine Frage stellen: Warum hat der Papst einen Gehstock? Ich dachte, Ihr würdet antworten: Weil er alt ist! Ihr dagegen habt die korrekte Antwort gegeben: Weil er ein ‘Hirte’ ist! Der Hirte hat einen Stock dabei, um sich abzustützen und seine Herde zusammenzuhalten“.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 129.

CConfianza en el sacramento de la Confesión (Vertrauen auf das Sakrament der Beichte)
Jeden Karfreitag ging Johannes Paul II im Petersdom zum Beichten. Lest weiter über eine Anekdote, die das Vertrauen Johannes Paul II auf das Sakrament der Beichte verdeutlicht. 
 

Ein Priester aus New York schickte sich an,  in einer der Pfarreien zu beten, als er beim Eingang einen Bettler traf. Nachdem er ihn eine Zeitlang beobachtet hatte, wurde ihm bewusst, dass er diesen Mann kannte. Es war ein Kollege aus dem Seminar, der am selben Tag wie er zum Priester geweiht worden war.  Der Priester stellte sich vor und begrüßte ihn, dann hörte er aus dem Mund des Bettlers, wie er seinen Glauben und seine Berufung verloren hatte.  Er war tief erschüttert.

CAm nächsten Tag hatte der amerikanische Priester die Gelegenheit, den Papst zu treffen. Als er an der Reihe war, bat er den Heiligen Vater für seinen alten Seminars-Kollegen zu beten, und er beschrieb dem Papst kurz die Situation.
Einen Tag später erhielt er eine Einladung aus dem Vatikan zu einem Abendessen mit dem Papst; er wurde gebeten den Bettler aus der Pfarrei mitzubringen. Der Priester kehrte in die Pfarrei zurück und erzählte seinem Freund vom Wunsch des Papstes. Als er den Bettler davon überzeugt hatte, brachte er ihn in seine Unterkunft, gab ihm Kleidung und die Möglichkeit, sich frisch zu machen.  
Nach dem Abendessen bat der Papst den Priester, sie alleine zu lassen, und er bat den Bettler, dass er bei ihm Beichte hörte. Der Mann war beeindruckt, aber er antwortete, dass er kein Priester mehr war. Der Papst antwortete ihm: “einmal Priester, immer Priester”. "Aber ich bin außerhalb der Priesterbefugnis“, beharrte der Bettler. "Ich bin der Bischof von Rom, ich kann den Auftrag erteilen”, sagte der Papst.
Der Mann hörte die Beichte des Heiligen Vaters und bat seinerseits den Papst, seine Beichte zu hören. Danach weinte er bitterlich. Am Ende fragte Johannes Paul II ihn, in welcher Pfarrei er gebettelt hatte, und er erklärte ihn zum Assistenten des Pfarrers dieser Pfarrei und zum Beauftragten für die Betreuung der Bettler.
Quelle: CNA Catholic News Agency. Diese Anekdote steht auch in Warum er heilig ist, Seite 41.

D Die Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit
divina misericordiaUnter den tausenden von Männern und Frauen Gottes, die er zur Ehre der Altäre erhob, war die Person, die er am meisten schätzte, die polnische Ordensschwester Faustina Kowalska (1905- 1938), Apostel der Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit.

Im August 2002, in Lagiewniki, wo Schwester Faustina lebte und starb, vertraute Johannes Paul II die Welt der göttlichen Barmherzigkeit an, dem uneingeschränkten Vertrauen auf Gott, der Erbarmen mit uns hat. Wie notwendig ist dieses Erbarmen Gottes für die heutige Welt! Wo der Hass und Rachedurst herrschen, wo der Krieg Schmerz verursacht und den Tod Unschuldiger, brauchen wir die Gnade der Barmherzigkeit, um den Geist und die Herzen zu beruhigen, und den Frieden wachsen zu lassen. Wo das Leben und die Würde des Menschen nicht geachtet wird, brauchen wir die barmherzige Liebe Gottes, in deren Licht sich der unaussprechliche Wert jeden menschlichen Lebens manifestiert. Deshalb möchte ich heute an diesem Wallfahrtsort die Welt feierlich der göttlichen Barmherzigkeit weihen.

Johannes Paul II starb am 2. April 2005, um 21.37, als der Samstag zu Ende ging, und wir schon in die Osteroktav und den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit eingetreten waren.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 158. 

EEnfermos, lección constante para él (Die Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit)
EUnter den tausenden von Männern und Frauen Gottes, die er zur Ehre der Altäre erhob, war die Person, die er am meisten schätzte, die polnische Ordensschwester Faustina Kowalska (1905- 1938), Apostel der Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit.

Im August 2002, in Lagiewniki, wo Schwester Faustina lebte und starb, vertraute Johannes Paul II die Welt der göttlichen Barmherzigkeit an, dem uneingeschränkten Vertrauen auf Gott, der Erbarmen mit uns hat. Wie notwendig ist dieses Erbarmen Gottes für die heutige Welt! Wo der Hass und Rachedurst herrschen, wo der Krieg Schmerz verursacht und den Tod Unschuldiger, brauchen wir die Gnade der Barmherzigkeit, um den Geist und die Herzen zu beruhigen, und den Frieden wachsen zu lassen. Wo das Leben und die Würde des Menschen nicht geachtet wird, brauchen wir die barmherzige Liebe Gottes, in deren Licht sich der unaussprechliche Wert jeden menschlichen Lebens manifestiert. Deshalb möchte ich heute an diesem Wallfahrtsort die Welt feierlich der göttlichen Barmherzigkeit weihen.

Johannes Paul II starb am 2. April 2005, um 21.37, als der Samstag zu Ende ging, und wir schon in die Osteroktav und den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit eingetreten waren.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 158. 

FFEine fortwährende Lektion für ihn: die Kranken
f_fortalezaWährend seiner ersten Papstreise nach Mexiko im Jahre 1979 besuchte er eine Kirche voller Kranker und Invaliden.  Einer seiner Begleiter bezeugte diesbezüglich: “Der Papst blieb vor jedem Einzelnen stehen und ich hatte den Eindruck, dass er alle verehrte: er beugte sich zu ihnen hin, versuchte zu verstehen, was sie sagten und danach strich er ihnen über den Kopf”. Die Verantwortlichen für die Zeremonie wurden sich bewusst, dass sie bei dieser Art Reise nicht mehr als dreißig Kranke vor dem Altar platzieren durften. Da Johannes Paul II alle begrüßte, hätte es sonst den Rahmen der Treffen gesprengt.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 110.

GGlobalität in einer globalen Welt
globalidada en un mundo globalEr ist der erste polnische Papst, der erste, der aus einem kommunistischen Land kam. Dass der Kollaps des Kommunismus ab 1989 auf friedliche Arte und Weise geschah, verdanken wir, nach Ansicht vieler Menschen, Johannes Paul II. Ein hochrangiger, qualifizierte Politiker bezeugte es so: “Jeder leistete seinen Beitrag – Reagan aus den USA, Margaret Thatcher aus Großbritannien und François Mitterrand aus Frankreich -, aber, um sie alle zu vereinen, war die Intervention des Heiligen Vaters nötig”. Auch der russische Präsident Michail Gorbachow erkannte dies offen an, als er bekräftigte: “Ich war es nicht, der den Kommunismus beendet hat, sondern Johannes Paul II”.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 104.

HHumildad  y agradecimiento (Demut und Dankbarkeit)
humildad_home1991, am zehnten Jahrestag des Attentats, reiste Johannes Paul II nach Fatima, um der Muttergottes seinen Dank auszusprechen. Bei der Begrüßung drehte sich einer der Anwesenden zu ihm und rief: “Heiliger Vater, alles Gute zum Geburtstag!”. Der Papst ging zuerst weiter nachdem er diese Worte gehört hatte, aber dann ging er nochmal zurück und antwortete: “Sie haben Recht, das erste Leben wurde mir gegeben; das zweite wurde mir vor zehn Jahren geschenkt”. Ein Geschenk, das zu der Gewohnheit führte, immer am 13. Mai nachmittags zur Stunde des Attentats ein Dankamt in der Privatkapelle zu feiern.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 94.

IInstrumento de DiosAn (Werkzeug  Gottes)
instrumento_de_diosEr hat sich immer als ein Werkzeug Gottes gesehen, im Dienste dessen, was Er ihn bitten würde. „Meine Berufung ist sogar für mich ein Geheimnis“, sagte Johannes Paul II. bei einer Gelegenheit. „Wie kann man die Wege Gottes erklären? Und beim Gehen des Weges habe ich in bestimmten Momenten meines Lebens klar begriffen, dass Christus mir sagte, was er schon tausenden von Personen vor mir gesagt hat: Komm und folge mir! Es war offensichtlich, dass das, was ich im Herzen fühlte, nicht eine menschliche Stimme war und nicht eine meiner eigenen Ideen. Christus hatte mich gerufen, damit ich ihm als Priester dienen sollte.

Die Weihe war ein Schlüsselmoment im Leben von Karol Woytila. Er selbst unterstrich das, indem er behauptete, dass „niemand eine größere Bedeutung für mich hat oder nichts mir größere Freude bereitet, als die tägliche Messe zu feiern, um dem Gottesvolk und der Kirche zu dienen. Und das ist so seit dem Tag meiner Priesterweihe. Nichts hat es je ändern können, auch nicht die Tatsache, dass ich jetzt Papst bin“.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seiten 32 und 40.

JLos jóvenes siempre en su corazón (Die Jugendlichen immer in seinem Herzen)
jovenes 2Seine Liebe zu den Jugendlichen bewog ihn 1985 dazu, die Weltjugendtage zu initiieren. In den 19 WJTs, die seitdem während seines Pontifikat gefeiert wurden, versammelten sich Millionen von Jugendlichen aus der ganzen Welt.

“Was ist die Jugend?”, fragte Johannes Paul II. in einem Interview, „Sie ist nicht nur ein Abschnitt des Lebens, der mit einer bestimmten Zahl an Jahren überein geht, sondern sie ist gleichzeitig eine Zeit, die jedem Menschen zur Verfügung steht, während der er wie der junge Reiche im Evangelium auf der Suche nach den Antworten auf die grundlegenden Fragen ist; nicht nur dem Sinn des Lebens, sondern einen konkreten Plan, wie er das eigene Leben bauen kann. In den Jugendlichen gibt es ein riesiges Potential an Gutem und an kreativen Möglichkeiten. Niemand hat die Weltjugendtage erfunden. Es waren sie, die sie entstehen ließen. Es stimmt nicht, dass es der Papst  ist, der die Jugendlichen von einem Ende der Weltkugel zum anderen bringt – sie sind es, die ihn dorthin bringen“.

Quelle: Johannes Paul II.: Die Schwelle der Hoffnung überschreiten. Seite 131

Hier kannst du seine Botschaften zu den Weltjugendtagen lesen

IKarol Woytila privat
karol woytila“Karol Woytila war genau so, wie man ihn in der Öffentlichkeit sah: ein Mensch von großer Liebe, ein Christ, der weit über sich hinaus blickte. Seine persönliche Eigenheit zeigte sich vor allem in seiner Beziehung zu Gott. Dadurch wurde seine Spiritualität reizvoll und anziehend. Wenn er litt genaus so wie wenn er lachte: er hatte keine spekulative Beziehung zu einer weit entfernten Gottheit. In seinem Tagesablauf war es seine größte Leidenschaft, sich in die Gegenwart Gottes zu begeben, hatte höchste Priorität und gleichzeit war es das normalste der Welt. Gott ist kein moralischer Code, sondern eine Person, mit der man persönlich reden und wenn nötig, auch sagen kann: „manchmal verstehe ich dich nicht“. (Worte von Joaquín Navarro- Valls, ehemaliger Pressesprecher von Johannes Paul II.)

Quelle: Joaquín Navarro-Valls. Erinnerungen und Gedanken.

LLolek würde kommen und die Mafiachefs bekehren
lolekIn seiner Kindheit nannten seine Freunde ihn Lolek und diese Verniedlichung benutzen später auch seine Eltern und enge Freunde in Polen.

Wer hat behauptet, es wäre unmöglich, dass Lolek Papst würde und dass sein Beispiel viele bekehren würde…? Am 14. November 2001 besuchte Johannes Paul II. das italienische Parlament, es war das erste Mal seit 150 Jahren, dass ein Oberhaupt der Katholischen Kirche dies tat. Seine Rede konzentrierte sich auf den internationalen Terrorismus und die Globalisation; und sie war so überzeugend, dass der italienische Mafiosi Benedetto Marciante, Chef der Cosa Nostra und wegen Totschlag und Erpressung angeklagt, der sie im Fernsehen sah, sich selbst der Polizei auslieferte.

Quelle: Aciprensa

MMortificación desapercibida (Ungeachtet der Demütigungen)
„Sein Beispiel schien einen zu lehren, dass es besser ist, mit Gott zu leiden, als ohne ihn froh zu sein. Sehr oft schien es, als ginge es für Johannes Paul II. darum, die Gelegenheiten, die sich ihm im täglichen Leben boten, zu nutzen, um ein kleines oder großes Opfer zu bringen: das im Flugzeug auf interkontinentalen Flügen für ihn vorbereitete Bett zurückweisen und stattdessen im Sitz zu schlafen (oder es zu versuchen) oder mit offensichtlicher Gleichgültigkeit die tägliche Nahrung auf ein einziges Essen zu beschränken. Das Ziel dieser ganzen einfachen Schlichtheit war immer, sicherzustellen, dass seine Seele in perfekter Einheit mit Gott sein konnte und die absolute Verfügbarkeit, den inneren Ruf Gottes zu hören. (Worte von Joaquín Navarro- Valls, ehemaliger Pressesprecher von Johannes Paul II.)

Quelle: Joaquín Navarro-Valls. Erinnerungen und Gedanken.
N¡No tengáis miedo! (Seid ohne Furcht! waren seine ersten Worte als Papst)
no tengis miedo"Seid ohne Furcht! " waren die ersten Worte, die Johannes Paul II. auf dem Petersplatz zur ganzen Welt sprach, nachdem er am 22. Oktober 1978 zum Papst gewählt wurde. Diese Worte durchliefen wie eine Melodie seine ganze Arbeit als Vikar Christi, bis zu seinem heiligen Tod im Jahr 2005.

Seid ohne Furcht, Christus die Türen sperrangelweit zu öffnen! Dieser Ausruf ist wahrscheinlich einer der hoffnungsvollsten und revolutionärsten Aufschreie der heutigen Welt, einer, der die Beklemmungen und Ängste gegenüber den Monstern trifft, die diese selbst geschaffen hat: der Krieg, die Kultur des Todes, der Verlust der menschlichen Würde...

OOración como motor de la existencia (Das Gebet als Motor der Existenz)
O“Bei einer Gelegenheit, als er glaubte, er sei allein in seiner Kapelle, hörte ich ihn singen, während er den Blick auf das Allerheiligste gerichtet hatte. Er hatte kein liturgisches Lied angestimmt, sondern ein polnisches Volkslied. Und wieder einmal kam mir der Heilige Augustinus in den Sinn, der gesagt hat, dass „singen wie doppelt beten“ sei. Mir persönlich erschien es, als würde durch ihn beides zum gleichen Zeit erscheinen: der intelektuelle Reichtum eines Theologen und die spontane Unschuld eines Kindes“.

Quelle: Joaquín Navarro-Valls. Erinnerungen und Gedanken.

PPedir perdón y perdonar (Um Vergebung bitten und vergeben)
PAm 12. März 2000 bat er um Vergebung für alle menschlichen Fehler, die die Katholische Kirche in ihrer Geschichte begangen hat und bezog sich dabei auf die Kreuzzüge, die Inquisition, die Diskriminierung von Frauen und Ethnien.

Er erwähnte auch die Geschichte von dem Moment, in dem er sich mit Ali Agca im Gefängnis traf, derjenige, der das Attentat auf ihn verübt hatte. Obwohl Johannes Paul II. immer gesagt hatte, dass er ihm bereits ab dem ersten Moment vergeben habe.

qQuién es Juan Pablo II, por Benedicto XVI (Wer ist Johannes Paul II.? Von Benedikt XVI)
Der Heilige Vater war Priester bis ins letzte, denn er hat sein Leben Gott für seine Schafe angeboten, für die ganze Menschheitsfamilie, in einer täglichen Hingabe an den Dienst der Kirche und vor allem in den schwierigen Prüfungen der letzten Monate. In der ersten Phase seines Pontifikats ging der Heilige Vater – noch jung und voller Kraft – unter der Führung Christi bis an die Grenzen der Erde. Aber dann ist er immer mehr in die Gemeinschaft der Leiden Christi eingetreten, hat er immer mehr die Wahrheit des Evangeliums verstanden, dass das Geheimnis der Liebe bis zum Schluss gehen wird (vgl. Joh 13, 1).

Man konnte sehen, wie die Lektion des leidenden Papstes eine Lehre war, die seine mündliche noch weit überstieg. Es schien, als würde er uns durch sein Beispiel das sagen, was er vorher schon mit Worten gesagt hatte: „Christus hat, indem er für uns alle litt, dem Leiden einen neuen Sinn verliehen, er hat es in eine neue Dimension erhoben, in eine neue Ordnung eingeführt: in die Ordnung der Liebe…Es ist das Leiden, welches das Böse mit der Flamme der Liebe verbrennt und aufzehrt.“

Quelle: Predigt Kardinal Joseph Ratzingers zur Trauerfeier von Johannes Paul II.  und  Das Licht  der Welt. Benedikt XVI.

REl rosario, su oración preferida (Der Rosenkranz, sein bevorzugtes Gebet)
rosarioDer Rosenkranz war, wie er selbst behauptete, sein Lieblingsgebet. „Durch eine Unterhaltung mit dem Papst“, erinnert sich ein Zeuge, „hatte ich das Glück, zu hören, wie er mir sagte: 'Wir werden den Rosenkranz beten, wollen Sie mit mir kommen?'. Ich folgte ihm auf die Terasse seiner Wohnung und konnte auf diese Weise den Wert des Rosenkranzes für ihn verstehen: er bedeutet ihm einen Moment der Wache für seine Diözese, für die ganze Kirche, für die Welt und für alle, die leiden.“ 'Schauen Sie!' sagte er manchmal zwischen zwei Geheimnissen, auf die Gebäude des Vatikans uns Roms zeigend.“ Diese Gebäude anblickend, betete er für alle diejenigen, die dort wohnten und arbeiteten.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder.

SServicio, en todo su quehacer (Ein Dienst inmitten der Dinge, die zu erledigen sind)
servicio2004 sagte er in seiner Autobiografie: “für einen Bischof ist es sehr wichtig, sich mit den Personen zu verbinden und zu lernen, wie man sie adäquat behandelt. Für das, was mich betrifft, ist es bezeichnend, dass ich nie den Eindruck hatte, dass die Zahl der Treffen zu groß war. Meine beständige Sorge jedenfalls war immer die, bei jedem Treffen den persönlichen Charakter zu wahren. Jedes ist ein Kapitel für sich. Was ich tue, ist einfach nur, täglich für alle zu beten. Wenn ich einer Person begegne, bete ich schon gleich für sie und das erleichtert immer sogleich die Beziehung. Ich habe mir zum Prinzip gemacht, jeden als jemanden aufzunehmen, den der Herr mir sendet und gleichzeitig anvertraut“.

Quelle: Johannes Paul II.: Lasst und aufstehen und losgehen.

TTotus tuus - alles deins, sagte er der Gottesmutter
totus tusIm Gedenken an die Gottesmutter wünschte er, dass sein Bischofswappen den Schriftzug “Totus tuus” tragen solle, um der Gottesmutter zu sagen, er sei ‘ganz dein’, auf dich vertraue ich.

Es gibt viele Anekdoten, die sein Vertrauen auf Maria belegen, hier nur eine von ihnen. Kardinal Deskur erzählte, dass Woytila zu dem Zeitpunkt, als er zum Erzbischof von Krakau ernannt wurde, das Priesterseminar fast leer vorfand. Das bewegte ihn dazu, der Gottesmutter ein Versprechen zu geben: 'Ich werde so viele Pilgerreisen zu Fuß und zu allen großen oder kleinen, entfernten oder nahen Heiligtümern machen, wie die Zahl der Berufungen ist, die du mir jedes Jahr gewährst'. Plötzlich fing das Seminar an, sich wieder zu füllen. Als der Erzbischof Krakau verließ, um Papst zu sein, hatte es hunderte von Studenten. Dieses heilige Versprechen an die Gottesmutter war einer der Gründe, weswegen Johannes Paul II. darauf bestand, dass die geplanten Besuche während seiner apostolischen Reisen auch immer einen Ort der Marienverehrung enthalten sollen.

1981 ließ er das Abbild 'Mutter Maria der Kirche' der Muttergottes auf dem Petersplatz anfertigen, denn dort gab es noch kein Bildnis von ihr.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder. Seite 165

UUniversalität
Mitte der neunziger Jahre wurde ein Witz im Vatikan populär: 'Was ist der Unterschied zwischen Gott und Johannes Paul Il.? Nun, Gott ist überall, während der Papst bereits dort war'. Der Pontifex hat 146 Reisen innerhalb Italiens und 104 ins Ausland gemacht. Diese Reisen erlaubten Millionen von Menschen, die es sich nie hätten leisten können, den Vatikan zu besuchen, dass sie den Pontifex in Person sehen und seinen Worten und damit der Hoffnung des Evangeliums zuhören konnten.

vVocación a la santidad de todos los cristianos (Berufung zur Heiligkeit aller Christen)
vocacion santidad todos los cristianos“Die Wege der Heiligkeit sind vielfältig und entsprechend ist die Berufung eines jeden einzelnen. Was für ein Potential an Gnade schlummert noch in den unzähligen Menschenmengen der Getauften! Der Ruf richtet sich nicht nur an Priester oder Geweihte, er geht an alle. Als Bischof habe ich zahlreiche Laieninitiativen unterstützt. (...) Zum Beispiel das Amt für Familienpastoral, Studientreffen für Medizinstudenten, die sich 'Kler-med' nannten oder das Familieninstitut. Ich war auch auf der Seite der neuen Aufbrüche: dem Neokatechumenalen Weg oder dem Opus Dei. Beide in Spanien geboren, dem Land, dass so viele Male quasi schicksalhaft Impulse für die spirituelle Erneuerung gegeben hat. In den Jahren meines Dienstes in Krakau fühlte ich immer eine spirituelle Nähe zu den Fokolaren. Eine andere Bewegung, die aus der Lebendigkeit der Kirche Italiens heraus entstanden ist, ist „Gemeinschaft und Befreiung“.

Quelle: Johannes Paul II.: Lasst und aufstehen und losgehen.

wWoytila, wo ist nur Woytila geblieben?
Wo ist Woytila? Wenn wir uns daran erinnern, was Johannes Paul II. verwirklicht hat, mischen sich die „großen Ereignisse“ mit der Erinnerung an einfache Momente des Gebetes, die sogar für seine Mitarbeiter eine Quelle des Staunens waren. In den 70er Jahren war ich Studentenpfarrer der Katholischen Universität von Lublin. Am Beginn des Studienjahres kam der damalige Kardinal von Krakau, um an der Eucharistiefeier in der Universität, der Einweihung des großen Saales und am Mittagessen teilzunehmen. Danach war der Kardinal bereit, nach Krakau zurück zu kehren. Der Rektor der Universität, Pater Krapiec, begleitete ihn bis zum Auto, hielt aber an, um mit einem anderen Gast zu reden. Und plötzlich war der Kardinal verschwunden! Die zehn Sekunden, die er wartete, schienen ihm zehn Jahrhunderte. Der Rektor, der es gewohnt war, alles unter Kontrolle zu haben, wusste nicht, wo der Kardinal hätten abgeblieben sein können. Er fragte mich „Wo ist Wojtyla? Der Kardinal ist einfach verschwunden! Wo könnte er sein?” Mit einem amüsierten Lächeln nahm ich mir kurz Zeit, bevor ich antwortete, nur um ihn ein bisschen hinzuhalten. Schließlich sagte ich ihm: „Wahrscheinlich ist er in die Kirche gegangen“. Wir gingen dorthin und tatsächlich fanden wir dort den Kardinal, im Gebet vor dem Kreuzweg kniend.

Quelle: Warum er heilig ist. Slawomir Oder.

xX... Reisen um die ganze Welt
xxxxHier noch einige Statistiken, die mit der Papstgeschichte Johannes Pauls II. verbunden sind, die am 16. Oktober 1978 begann. Der Papst hatte dieses Amt 26 Jahre lang inne, das drittlängste Pontifikat in den ca. 2000 Jahren der Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche.

Während seines Pontifikats hat Johannes Paul II.

•    auf päpstlichen Reisen innerhalb und außerhalb Italiens ungefähr 1.247.613 km zurückgelegt, umgerechnet 3,24 Mal die Distanz von der Erde zum Mond,
•    104 Reisen außerhalb Italiens unternommen,
•    129 verschiedene Länder und Territorien besucht,
•    146 Reisen in Italien und 301 Gemeindebesuche in Rom abgestattet,
•    ungefähr 822 Tage oder mehr als zwei Jahre und drei Monate außerhalb des Vatikans verbracht,
•    mehr als 20.000 Texte gelesen, also mehr als 100.000 Seiten,
•    mehr als 1166 Generalaudienzen im Vatikan gegeben, an denen mehr als 17,64 Mio Menschen teilgenommen haben,
•    mehr als 100 wichtige Dokumente herausgegeben, darunter 14 Enzykliken, 45 apostolische Briefe und 15 apostolische Ermahnungen,
•    1345 Personen selig und 483 Personen heilig gesprochen, mehr als alle seine Vorgänger der letzten vier Jahrhunderte zusammen (er bewahrte die Biografien von ihnen allen in zwei dicken Ordnern in seinem Schlafzimmer auf und las sie oft, um sich von der Praxis ihrer Tugenden inspirieren zu lassen),
•    sich mit mehr als 1590 Staatschefs getroffen.

Die größte Menschenmenge, die sich zu  einem Gottesdienst des Papstes versammelt hat, waren ca. vier Millionen Personen 1995 in Manila. Die kleinste Menge in einem Pontifikalamt waren etwa 200 Personen während eines apostolischen Besuches 1989 in den skandinavischen Ländern.

Quelle: www.aciprensa.com/juanpabloii/viajescifras.htm und: Warum er heilig ist. Seite 158

yY... Heiligsprechen!
santo yaJohannes Paul II. starb am 2. April 2005, um 21:37 Uhr. Von dieser Nacht an und bis zum 8. April, dem Tag, an dem Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Pontifex gehalten wurden, gaben mehr als drei Millionen Pilger Johannes Paul II. die letzte Ehre. Sie nahmen bis zu 24 Stunden Schlangestehen in Kauf, um in den Petersdom eintreten zu können. Viele waren sich einig und brachten Schilder mit, auf denen stand Santo subito, was auf italienisch bedeutet: Heiligsprechen!.

Am 28. April setzte der  Heilige Vater Benedikt XVI. für Johannes Paul II. die vorgeschriebenen fünf Jahre Wartezeit nach dem Tod bis zum Beginn der Seligsprechungs- und Kanonisierungsprozesses aus. Der Prozess wurde am 28. Juni 2005 von Kardinal Camillo Ruini, dem Generalvikar der Diözese Rom, offiziell eröffnet. Am 1. Mai 2011 wird Johannes Paul II. selig gesprochen.

zZ… vom Himmelsfenster aus
zzz desde la casa del cieloNach dem Tod von Karol Woytila sagte der damalige Kardinal Ratzinger, von der Heiligkeit Johannes Pauls II. überzeugt: „Im Leben hat der Papst vom Fenster seines Zimmers aus die Menschen gesegnet. Jetzt schaut er uns aus dem Fenster im Haus des Himmlischen Vaters an und sendet uns seinen Segen“.

Tausende von Menschen aus aller Welt beteiligen sich täglich an der spontanen Fürbitte durch das Gebet um die Gunst seiner Fürsprache.

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